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Psalm 135

  • 26. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Entlang der kabbalistischen Sefirot


verbunden mit der Hawkins-Skala des Bewusstseins


1. Grundhaltung des Psalms – funktional gelesen


Psalm 135 ist kein emotionaler Lobpreis, sondern ein Ordnungspsalm. Er richtet die Wahrnehmung weg von innerem Chaos, Projektion und Angst hin zu Zugehörigkeit zur Wirklichkeit. Genau hier liegt die Brücke zur psychischen Stabilität.


In der Kabbala entspricht das einer Bewegung von Zerstreuung (Klippot) hin zu Struktur (Sefirot).In der Hawkins-Skala entspricht es dem Übergang von unter 200 (Angst, Ärger, Stolz) hin zu über 200

(Mut, Akzeptanz, Vernunft).


2. Die zentralen Sefirot von Psalm 135


Chesed – tragende Güte (Hawkins: Mut / Bereitschaft)


Der Psalm beginnt mit Einladung und Erinnerung:Nicht „du musst“, sondern „komm zurück“.

Chesed wirkt hier als:


  • innere Erlaubnis zu existieren

  • Nachlassen von Selbstverurteilung

  • erste Stabilisierung des Nervensystems


Psychologisch:Der Mensch verlässt Überlebensmodi (Fight / Flight) und tritt in Mut ein – die erste konstruktive Ebene der Hawkins-Skala.


Gevurah – klare Unterscheidung (Hawkins: Akzeptanz)


Psalm 135 unterscheidet klar zwischen:


  • lebendiger Wirklichkeit

  • leeren Formen (Götzen ohne Atem)


Das ist keine moralische Kritik, sondern Wahrnehmungsschulung.

Gevurah bedeutet hier:


  • Grenzen setzen im Inneren

  • erkennen, was nährt und was erschöpft

  • Trennung von Projektion und Realität


Psychologisch:Akzeptanz entsteht nicht durch Nachgeben, sondern durch klare Abgrenzung.Das Nervensystem beruhigt sich, weil Orientierung entsteht.


Tiferet – innere Mitte (Hawkins: Vernunft)


Tiferet ist das Herz des Psalms.Hier geschieht keine Handlung, sondern Ausrichtung.

Der Mensch erkennt:


  • Ich bin Teil einer Ordnung

  • Ich muss sie nicht kontrollieren

  • Ich darf mich einfügen, ohne mich zu verlieren


Auf Hawkins-Ebene ist das Vernunft:


  • klares Denken

  • emotionale Regulation

  • innere Kohärenz


Das ist der Punkt, an dem spirituelle Praxis therapeutisch wirksam wird.


Netzach & Hod – Integration von Erfahrung (Hawkins: Akzeptanz → Liebe)

Netzach: Durchhalten ohne VerhärtungHod: Verstehen ohne Zergliedern

Psalm 135 erinnert daran, dass Geschichte, Erfahrung und individuelle Biografie getragen sind, nicht zufällig.


Psychologisch:


  • Erlebnisse müssen nicht sofort Sinn machen

  • sie dürfen nachwirken

  • Integration ersetzt Kontrolle


Hier beginnt der Übergang von bloßer Stabilität zu Herzöffnung, ohne Sentimentalität.

Yesod – innere Verankerung (Hawkins: Liebe / Frieden)

Yesod verbindet Erkenntnis mit Alltag.Der Psalm wirkt hier wie ein inneres Fundament.

Yesod bedeutet:


  • ich falle nicht auseinander

  • ich bin gehalten, auch ohne Antworten

  • mein Körper darf sich entspannen


Auf Hawkins-Ebene:


  • Liebe nicht als Emotion, sondern als Zustand von Kohärenz

  • das Nervensystem arbeitet effizient

  • Wahrnehmung wird klarer, nicht diffuser


Malchut – gelebte Präsenz (Hawkins: Frieden)


Malchut ist nicht „spirituell“, sondern verkörpert.

Psalm 135 endet nicht im Jenseits, sondern im Jetzt:


  • im Alltag

  • in der Handlung

  • im Dasein


Hawkins: FriedenNicht Euphorie, sondern tiefe innere Ordnung.


3. Die Brücke: Warum Psalm 135 stabilisiert statt entgrenzt


Wichtig:Psalm 135 führt nicht nach oben, sondern nach innen.


Er:

  • erhöht nicht die Erregung

  • verstärkt keine Visionen

  • öffnet kein unkontrolliertes „spirituelles Feld“


Er ordnet, sammelt und verankert.


Darum ist er besonders geeignet für:


  • sensible Analytiker

  • Wahrnehmungsbegleiter

  • Menschen in Übergangsphasen

  • Personen mit starker Intuition und gleichzeitiger Nervensensibilität


4. Zusammenfassung in einem Satz


Psalm 135 wirkt kabbalistisch wie ein Durchgang von Chesed bis Malchut und psychologisch wie eine Bewegung von Mut über Vernunft hin zu Frieden – ohne das Nervensystem zu überfordern.

 
 
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