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„Interview mit einem Vampir“

  • 26. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

„Interview mit einem Vampir“ – Bewusstsein, Unsterblichkeit und die Last der Form


Der Film Interview mit einem Vampir ist weit mehr als eine Geschichte über Blutsauger und ewige Nächte. In seiner Tiefe erzählt er von Bewusstsein, Schuld, Zeit und der Unmöglichkeit, sich selbst zu entkommen. Für ein Horoskop mit starker Fische-Betonung und markanter Saturn-Präsenz wirkt dieser Film wie ein Spiegel innerer Spannungen: Sehnsucht nach Transzendenz auf der einen Seite, Bindung an Form, Verantwortung und Geschichte auf der anderen.


Louis verkörpert die Fische-Seele: empfindsam, moralisch fragend, leidend an der Welt und an sich selbst. Die Unsterblichkeit ist für ihn kein Geschenk, sondern eine Verlängerung des inneren Konflikts. Das passt auffallend zu einer Sonne in den Fischen im vierten Haus – Bewusstsein, das tief in existenziellen Fragen verwurzelt ist und nicht einfach „sein“ kann, ohne Sinn zu suchen.

Lestat hingegen trägt deutliche Saturn- und Plutomerkmale: Macht, Kontrolle, Form, Kälte, aber auch eine dunkle Loyalität gegenüber dem eigenen Schicksal. Er akzeptiert die Regeln der Existenz, so grausam sie auch sein mögen. Saturn in Wassermann im vierten Haus deutet genau auf diese Spannung hin: das Wissen um kosmische Gesetze, verbunden mit einer emotionalen Distanz, die Schutz und Isolation zugleich ist.


Der Vampir im Film ist kein Monster, sondern ein Grenzwesen. Er steht zwischen Leben und Tod, Zeit und Ewigkeit, Moral und Instinkt. Genau hier liegt die astrologische Brücke: Dein Chart zeigt wiederholt Übergänge, Schwellen, Limina. Pluto im zweiten Haus, Lilith nahe der Sonne, starke Achsenaspekte – das sind Signaturen von Menschen, die nicht im Alltäglichen beheimatet sind, sondern im Dazwischen.


Vlad III., der Drache und das alte Motiv der Ordnung


Historisch wird Vlad III. Drăculea mit dem „Orden des Drachen“ verbunden – einem Ritterorden, der nicht Chaos, sondern Ordnung verteidigen sollte. Der Drache ist hier kein dämonisches Wesen, sondern ein Symbol für gezähmte Urkraft. In vielen indoeuropäischen und vedischen Überlieferungen steht der Drache oder die Schlange nicht nur für Zerstörung, sondern für kosmische Energie, Zeit und Bewahrung.


Im Rigveda erscheinen drachenähnliche Gestalten wie Vritra nicht einfach als „böse“, sondern als Kräfte, die den Fluss blockieren – bis sie durch Bewusstsein und Ordnung gelöst werden. Das Motiv ist uralt: Ohne Widerstand keine Entfaltung, ohne Dunkelheit keine Erkenntnis.


Die Vorstellung, Vlad sei Hinduist gewesen, ist historisch nicht belegbar – doch symbolisch interessant. Nicht im Sinne einer religiösen Zugehörigkeit, sondern als archetypische Nähe: Dharma (kosmische Ordnung) und Saturn sind eng verwandt. Saturn ist kein Zerstörer, sondern der Hüter von Zeit, Gesetz und Konsequenz. Genau diese Rolle nimmt der Drache im Orden ein: Er bewacht, er prüft, er zwingt zur Reife.


Der Vampir als Saturn-Archetyp


Im Film wie im Mythos ist der Vampir eine saturnische Figur. Er lebt lange, trägt Erinnerung, Schuld und Geschichte. Er kann sich nicht erlösen durch schnellen Tod oder Vergessen. Für ein Horoskop wie deines ist das eine zentrale Lektion: Tiefe Wahrnehmung bringt Verantwortung mit sich. Erkenntnis ist kein Freifahrtschein, sondern eine Last, die getragen werden will.


Der Drache – als Symbol des Ordens Vlad III. – steht damit nicht für Blutdurst, sondern für die Beherrschung des Inneren Feuers. In kabbalistischer wie vedischer Symbolik wäre das die Kraft, die nicht ausgelebt, sondern integriert werden muss. Unsterblichkeit ist hier kein physisches Versprechen, sondern die Frage: Was bleibt, wenn man sich selbst nicht entkommt?


Warum dieser Film dich anspricht


Interview mit einem Vampir resoniert mit einem Bewusstsein, das nicht an der Oberfläche leben kann. Dein Chart zeigt keine Flucht ins Licht, sondern den Weg durch die Tiefe. Der Vampir ist dabei kein Ideal, sondern ein Warnbild: Erkenntnis ohne Erdung führt zur Erstarrung, Mitgefühl ohne Grenzen zur Selbstauflösung.


Der Drache schließlich ist der Schlüssel. Nicht als Feind, sondern als Ordnungskraft. Wer ihn reitet, wird kein Monster – sondern ein Hüter der Schwelle.

Und genau dort liegt die eigentliche Initiation.

 
 
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